Langano und Awassa

Geschrieben von alex am 11. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Ich hab ja lange nichts Neues mehr geschrieben. Dabei hab ich viel erlebt in der Zwischenzeit. Letztes Wochenende hab ich mit ein paar Kollegen einen Tagesausflug zum Wenchi-Krater gemacht. Das ist ein nicht mehr aktiver Vulkankrater knapp 175km von Addis entfernt mit einem schönen See und toller Landschaft. Bilder dazu gibt’s im Album.

Dieses Wochenende war ich, ebenfalls mit Kollegen (aber anderen), beim Lake Langano und in Awassa. Das liegt beides 3-4 Autostunden sündlich von Addis. Der Langanosee ist der einzige in Äthiopien (und wohl einer von wenigen in ganz Afrika), in dem man bedenkenlos baden kann. Der hohe Anteil an Mineralien verhindert dort die Verbreitung von Bakterien. Dieser Umstand führt zwar dazu, dass man darin baden kann, heißt aber nicht, dass der See wirklich sauber ist. Die braune Färbung lädt zumindest nicht zwingend zum entspannten Badevergnügen ein. Getraut hab ich mich aber dennoch und es war wirklich schön. Außerdem hab ich mich trotz Sonnencreme ganz gut verbrannt. Zumindest stechen die Stellen, die ich beim eincremen vergessen habe nun kontrastreich hervor.

Danach ging‘s noch ein Stück weiter Richtung Süden nach Awassa, eine mittelgroßen, für äthiopische Verhältnisse, recht hübschen Stadt. Dort übernachteten wir in einem kleinen Hotel und sahen bei einem Bootsausflug am darauffolgenden Morgen Nilpferde.

Dieser Ausflug war wirklich sehr angenehm und entspannt. Die Reisegruppenzusammensetzung war sehr gut und wir hatten viele anregende und interessante Gespräche. Leider verlassen Annika und Annemarie bereits am kommenden Freitag bereits das Land. Das ist wohl das Schicksal bei Praktikumsbekanntschaften. Aber dieses Wochenende hat mir in gewisser Weise das Gefühl gegeben angekommen zu sein und hier einen Platz gefunden zu haben, mit dem ich sehr gut leben kann.

Fotos von dieser Reise gibt es ebenfalls im Picasa-Album.

M**htve*hä*tni*

Geschrieben von alex am 2. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein

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Manchmal haben es Klischees sehr schwer, an die Realitäten heranzukommen..

Capacities developen

Geschrieben von alex am 26. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Zudem genießen weiße Männer in vielen afrikanischen Ländern den Ruf, Frauen generell besser zu behandeln als die einheimischen Männer. Angesichts der Dichte von Sozialwissenschaftlern unter den Nachwuchskräften der EZ-Organisationen ist es erscheckend, wie wenige augenscheinlich wissen, wie man »Machtverhältnis« auch nur buchstabiert.

Schon vor einiger Zeit ist in der JungleWorld ein Artikel über Entwicklungszusammenarbeit und EntwicklungshelferInnen erschienen, der den Nagel ziemlich gut auf dem Kopf trifft. Es gibt einige Hinweise darauf, die vermuten lassen, dass der Artikel von Erlebnissen in Addis inspiriert wurde.

Addis II

Geschrieben von alex am 24. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Nur ganz kurz: Ich war letztes Wochenende wieder etwas in Addis unterwegs. Die Bilder davon gibt’s hier.

Neue Unterkunft

Geschrieben von alex am 23. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Am Freitag bin ich in eine Haus-WG umgezogen. Nun habe ich sogar ein Bett, welches nicht quietscht und eine Küche zum Kochen! Aber auch ein großes Wohnzimmer mit Terrasse und sogar eine Wanne (naja sagen wir besser Wännchen) im Bad.

Die Sache mit den nichtintendierten Folgen..

Geschrieben von alex am 18. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Entwicklungszusammenarbeit ist ja nicht nur so schwierig weil man sich ständig darum streitet welche Entwicklungsstrategie denn die beste sei und was man unter dem Begriff „Entwicklung“ überhaupt versteht. Sie ist auch schwierig weil jedes Handeln, völlig egal worum es geht, neben den intendierten, also gewollten, Folgen auch nichtintendierte Auswirkungen haben. Die Brunnenbohrung, die zur fatalen Absenkung des Grundwasserspiegels führt oder die Nahrungsmittelhilfe, die den einheimischen Absatzmarkt von Nahrungsmittelprodukten vollständig auslöscht sind die bekanntesten Beispiele.

Auch in meiner Arbeit wage ich regelmäßig das Gedankenexperiment und versuche zu erahnen, was das eine oder andere Projekt für Auswirkungen haben könnte, die ganz sicher nicht gewollt sind. So arbeite ich derzeit an einem Skript für eine mehrteilige Radiosendung. Diese Sendung soll den sog. Community Radios in den ländlichen Gebieten von Äthiopien zur Verfügung gestellt werden. Inhaltlich geht es um ganz basales Verständnis einfacher ökonomischer Zusammenhänge. Also warum der Preis manchmal hoch und manchmal niedrig ist (Nachfrage/Angebot) oder warum es sinnvoll ist, Geld zu sparen oder wie man ein kleines Unternehmen (im Sinne von Straßengeschäft) eröffnet. Diese Skripte bestehen aus Dialogen die also auf ganz einfache Art und Weise (für uns) einfache Zusammenhänge in Landessprache erklären sollen. Nach der Vertonung sollen die Skripte und die Soundbits den Radiostationen zur Verfügung gestellt werden, die dann damit machen können was sie wollen: Schneiden, kürzen, neu vertonen oder gegebenenfalls lokalisieren und vielleicht sogar senden.

Aber selbst bei solchen kleinen Dingen könnten die Folgen schwierig sein. Nehmen wir nur das Beispiel Angebot und Nachfrage. Wenn BäuerInnen diese Logik wirklich ernst nehmen, kann das sogar fatale Folgen haben. In Kenia gibt es derzeit eine Hungersnot, die auch darauf zurückzuführen ist, dass Bauern in der Hoffnung auf bessere Preise ihre Ernten zurückhalten…

Tja.. und so ist man wieder gefangen im Dilemma der Entwicklungs- zusammenarbeit. Was tun?

Yoga ist kein Joghurtdrink

Geschrieben von alex am 18. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Was ich in sechs Wochen Indien nicht geschafft habe, habe ich nun in drei Wochen Äthiopien geschafft: Ich war beim Yoga.

Da mir bisher ein Bewegungsausgleich zu den Büroarbeitstagen gefehlt hat, bin ich gestern das erste Mal mit zwei Kolleginnen zum Yoga mitgegangen – genauer: Poweryoga. Und es macht Spaß und ist echt anstrengend. Körperverschwurbelung mit guter Musik im Hintergrund (u.a. Nick Drake und The Cure) und einer glücklicherweise nicht ganz so crazy-verrückten Amerikanerin.

Ich werd‘ das wohl öfter machen.

“Flugzeug muss wegen kaputter Cockpitscheibe umkehren”

Geschrieben von alex am 16. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Gestern musste das Flugzeug der EgyptAir von Berlin nach Kairo wieder umkehren. Mit dieser Linie und vermutlich dieser Maschine bin ich auch hierher geflogen!

Wegen des Druckverlustes und der Kälte im Cockpit sei der Airbus von Typ A321 in geringer Höhe langsam zurückgeflogen. Passagiere der ersten Reihen hätten ihre Decken abgeben müssen, weil die Piloten gefroren hätten.

Die Decken von EgyptAir sind auch echt kuschelig. ;o)

Wenn ich dann zurück fliege, haben sie ja eine neue Scheibe drin und nix kann passieren :o )

Addis..

Geschrieben von alex am 16. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Am Samstag war ich mit Micha, einem Mitpraktikanten, in Addis unterwegs. Micha kennt sich in Äthiopien und Addis ganz gut aus, er hat hier bereits insgesamt 1½ Jahre mit Freiwilligenarbeit und Praktika verbracht. Er zeigte mir das Kinderheim, in dem er mal mehrere Monate gearbeitet hatte. Dieses Heim im Süden von Addis kümmert sich um Waisenkinder, die aus verschiedenen Gründen ihre Familien verloren haben.

Überraschenderweise geht es den Kindern dort, abgesehen von den persönlichen Tragödien, augenscheinig richtig gut. Auf einem relativ großem Grundstück mit soliden und teils modernen Gebäuden leben ca. 25 Kinder und Jugendliche. Mit Tischtennisplatte, Kicker und weiteren Freizeitangeboten gehört dieses Heim, in Trägerschaft des YMCA, vermutlich zu den besseren in Äthiopien.

Danach ging‘s mit Minibussen quer durch die Stadt. Diese zumeist rundum zerbeulten blau-weißen Toyota-Kleinbusse fungieren als Sammeltaxis und fahren auf allen größeren Straßen in Addis. Für 60 Cent bis 2 Birr (5 – 16 Eurocent) kann man mit diesen 13-Sitzern (gern auch mal mehr) nahezu jeden Winkel der Stadt erreichen –wenn man das vollständig informelle System der Routen, Haltestellen und Umsteigeplätze einmal verstanden hat.

Am Nachmittag ging‘s dann auf einen typisch äthiopischen Markt. Dort gibt es wirklich alles. Neben einheimischen Erzeugnissen (Landwirtschaftliche Güter, Textilien und Schuhe) auch alle möglichen und unmöglichen Importwaren aus China. Auf dem Merkato, dem wohl größten Markt Afrikas, war ich leider noch nicht. Der ist wohl so groß und unübersichtlich, dass man auf lokale und ortskundige Begleitung nicht verzichten sollte. Aber ich bin ja noch ein Weilchen hier..

Abendgestaltung gestern

Geschrieben von alex am 13. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Gestern Abend war ich im „Deutschen Haus“. Das ist sozusagen der Hauptsitz der gtz und einiger anderer deutschen EZ-Organisationen in Addis. Einer der beiden gtz-Geschäftsführer war zu Besuch und hielt einen Vortrag. Das Thema war irgendwie challenges of technical cooperation in the 21st century oder sowas. Aber das ist eigentlich auch egal weil der Vortrag, in meiner Wahrnehmung, ungefähr genau garkeinen Inhalt hatte. Vielmehr war es, meinem Eindruck nach, die sinnbefreite Aneinanderreihung von deutschen Redewendungen, die sehr stümperhaft ins Englische übersetzt worden waren. Schade, denn das angekündigte Thema hätte wirklich interessant sein können. Naja für mich persönlich war das zwar erstaunlich aber irgendwie auch beruhigend zugleich, dass sogar jemand mit Englischkenntnissen, die etwa auf meinem Niveau liegen, hohe Führungspositionen bekleiden kann. Aber vielleicht muss man dazu auch einfach nur in der richtigen Partei sein? Ich weiß es nicht.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde zumindest durch die Fragen der anwesenden Gäste etwas interessanter. Schließlich bekam ich so einen ganz guten Einblick, was grad so die heißen Themen unter den gtz-MitarbeiterInnen sind. Danach gab es ein sehr reichhaltiges Fingerfood-Buffet mit Bier, Wein und Cola.
Anwesend waren ca. 175 MitarbeiterInnen. Davon schätzungsweise 25% weiblich und 40% äthiopisch.

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