I’m throwing my arms around Addis
Geschrieben von alex am 6. Mai 2009 | Abgelegt unter Allgemein
Eigentlich sollte dieser Artikel ja “Sentimentale Scheiße” heißen aber irgendwie hab ich mich dann doch für die Abwandlung eines Morrissey-Songs entschieden.
Ich bin mittlerweile seit ca. 10 Tagen zurück in Deutschland und bin dabei mir hier wieder einzugewöhnen (wie man hier sagt…). Die letzten Wochen in Addis waren wirklich sehr ereignisreich, auch wenn meine wenigen Einträge in der letzten Zeit vielleicht etwas anderes vermuten ließen.
Meine Schwester besuchte mich noch für drei Wochen in Äthiopien und wir reisten für ein paar Tage nach Jimma, wo ich auch für das Praktikum zu tun hatte. Danach gings dann noch für 10 Tage in den Norden Äthiopiens nach Gondar und von dort aus auf eine 5-Tages-Trekking-Tour in die Semien Mountains, dem äthiopischen Hochgebirge bis 4650m Höhe. Diese Tour war wirklich sehr beeindruckend. Ich glaube ich habe noch nie eine soo außergewöhnliche Landschaft gesehen (wenn man mal von der Lüneburger Heide absieht). Dummerweise wurde mir in der letzten Nacht dieser Tour meine Camera mit meinem Tagesrucksack (und ner Menge Bargeld
) drumrum aus dem Zelt geklaut, in dem wir schliefen. Daher kann ich derzeit nur sehr wenige Bilder online stellen, was ich noch machen werde.
Nach diesem Urlaub hatte ich noch eine Woche in Addis, die wirklich sehr stressig war. Schließlich wollte ich die Projekte bei der Praktikumsstelle so weit wie möglich zu Ende bringen, die letzten Interviews für meine Masterarbeit führen und natürlich noch mal alle Leute wiedersehen, die ich in den letzten drei Monaten hier kennengelernt hatte. Darüber hinaus leitete ich noch einen Workshop an der Addis Abeba Universität zum Thema Web 2.0/Blogging/Wordpress und warum das für Äthiopien spannend sein kann. Die TeilnehmerInnen waren wirklich sehr interessiert und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.
Den letzten Abend verbrachte ich dann mit vielen Leuten zusammen in der mittlerweile legendären TG-Bar. Das ist eigentlich eine ganz kleine etwas heruntergekommene Kneipe in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, in der es das kleine Bier vom „Fass“ für umgerechnet 22cent gibt. Und so ging ich dann gegen 2 Uhr im nicht mehr ganz nüchternen Zustand zum Flughafen, um die Heimreise anzutreten.
Es ist schwierig zu sagen, was ich fühlte als ich Addis verließ. Zum einen freute ich mich sehr darauf Janca und viele liebe Leute wiederzusehen aber andererseits hatte ich, entgegen meiner anfänglichen Erwartungen, viele liebe Leute kennengelernt, mit denen ich gern noch viel unternommen hätte. Gerade auf den Reisen merkte ich, wie wohl und heimisch ich mich mittlerweile in Addis gefühlt hatte. Bei allem Leid, Elend und der teils riesigen Ungerechtigkeit hat mich diese quirlige Stadt fasziniert und ich kann mir gut vorstellen eines Tages wieder hierher zu kommen.






